Chancen der Therapie

Seit der ersten Anwendung im Jahr 2006 haben bis heute über 30.000 Patienten die Möglichkeiten der terzo®Gehörtherapie genutzt. Diese ist nicht nur eine ganzheitliche Herangehensweise um schwerhörigen Menschen bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen, sondern kann darüber hinaus auch bei anderen Beeinträchtigungen des Gehörs helfend unterstützen.

Schwerhörigkeit

Die Hauptproblematik bei einer bestehenden Schwerhörigkeit ist das Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung. Für die meisten schwerhörigen Menschen ist es beispielsweise schwierig, Gesprächen zu folgen, wenn mehrere Personen an einem Tisch sitzen oder bei Familienfesten alle durcheinander reden. Die terzo®Gehörtherapie fokussiert genau diese Schwierigkeit. Je nach Schweregrad des Hörverlustes und der Hörentwöhnung gelingt es, innerhalb von zwei Wochen das Hören und das damit verbundene Sprachverstehen deutlich zu verbessern; sowohl in Ruhe als auch in geräuschvoller Umgebung.

Die gute Nachricht

Jeder kann selbst dazu beitragen, sein Hören und Verstehen zu verbessern. Nicht nur der Akustiker ist in seiner Kompetenz gefragt, auch Ihre Mitarbeit ist für einen Erfolg entscheidend. Tragen Sie aktiv dazu bei, das 2-3 wöchige terzo-Gehörtraining hilft Ihnen, Ihre Hörverarbeitung zu mobilisieren.
Aus der Praxis ist bekannt, dass im Durschnitt sieben Jahre vergehen, bis sich Betroffene ihrer Schwerhörigkeit bewusst werden. Werden dann Hörgeräte angepasst, erlebt man häufig eine geringer Akzeptanz gegenüber dem Tragen von Hörgeräten.

Die terzo®Gehörtherapie erleichtert den Einstieg in das Tragen von Hörgeräten. Betroffene werden so Schritt für Schritt an die durch Hörgerätetechnik "neu gewonnene" Hörsituation herangeführt. Unsere Erfahrungen zeigen: Hörgeräte können so entspannt den ganze Tag getragen werden. Die Gefahr, dass diese ungenutzt in der Schublade landen ist gering.

Mit wenig Zeitaufwand viel profitieren

Nach Durchführung der terzo®Gehörtherapie ist Ihr Gehör auf die neu zurückgewonnenen Höreindrücke bestmöglich vorbereitet. Sie sind nun in der Lage Unterschiede zwischen den verschiedenen Hörgerätetechniken „herauszuhören“ und die Auswahl für Ihre persönlichen Hörgeräte bewusst zu treffen. Ebenso ist es jetzt erst möglich die Technik der Hörgeräte in vollem Umfang auch nutzen zu können. Auch beim Sport hilft ein hochwertiger Turnschuh einem untrainierten Läufer nicht, einen Marathon in Bestzeit zu laufen.

Ein gutes Gehör bedeutet auch gute Kommunikation

Nie zuvor waren die Anforderungen an eine gute Kommunikation so hoch wie heute. Ob im Beruf, im Alltag oder im Rentendasein. Gutes Hören und Verstehen sind unabdingbar, will man Teil der Gesellschaft sein und aktiv mitwirken. Aus der Praxis ist bekannt, dass eine Schwerhörigkeit oft dazu führt, dass Menschen sich zurück ziehen und in soziale Isolation gelangen. Aber das muss nicht sein. Gerade Menschen im Rentenalter sind heutzutage oft sehr engagiert, in vielen Vereinen oder ehrenamtlich aktiv. Ohne ein gutes Gehör ist das nicht möglich. Sollten Sie bei sich schon festgestellt haben, dass Sie öfter Schwierigkeiten beim Hören haben, dann zögern Sie nicht, vereinbaren Sie einen Termin in Ihrem terzo-Zentrum vor Ort. Die terzo®Gehörtherapie kann Ihnen helfen, Ihr Gehör wieder fit zu machen.

Geistig fit mit der terzo®Gehörtherapie

Mit der terzo®Gehörtherapie trainieren Sie nicht nur Ihr Gehör sondern auch Ihre geistige Fitness. Alles was für ein gutes Hören wichtig ist-Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit-sind auch wichtige Faktoren der geistigen Fitness. Die terzo®Gehörtherapie-Berater stellen bei Ihrer Arbeit immer wieder fest, dass Patienten nach Beendigung der terzo®Gehörtherapie geistig wacher und fitter wirken, was oftmals auch von Angehörigen bestätigt wird. Nicht zuletzt wird in der Wissenschaft ein möglicher Zusammenhang zwischen Demenz und Schwerhörigkeit diskutiert.

Tinnitus

80% - 90% aller Tinnitus-Betroffenen haben auch einen Hörverlust. Zum einen ist ein Hörverlust ein schleichender Prozess, der oft längere Zeit nicht bemerkt wird, zum anderen bringen die meisten Tinnitus-Betroffenen ihr Ohrgeräusch nicht mit einem möglichen Hörverlust in Verbindung. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines Tinnitus spielen die Hörfilter im Gehirn.
Bei einem gesunden Gehör sorgen Hörfilter dafür, dass wir Alltagsgeräusche aber auch Tinnitus nicht bewusst wahrnehmen. Liegt ein Hörverlust vor, ist nicht nur die Funktion des Ohres, sondern oftmals auch die Funktion der Hörfilter beeinträchtigt. Geschwächte Hörfilter sind nicht mehr in der Lage einen Tinnitus wegzufiltern und so gelangt dieser in die bewusste Wahrnehmung und kann zu einer Belastung für den Betroffenen werden. Sowohl Tinnitus als auch ein Hörverlust haben Defizite der Hörfilter gemeinsam. Durch die Kombination aus terzo-Gehörtraining und dem Tragen von speziell eingestellten Hörgeräten kann eine Belastung durch den störenden Tinnitus deutlich reduziert werden. Die Filterfunktion wird wieder gestärkt und kann unwichtige Geräusche, wie Tinnitus, wieder herausfiltern.

Geräuschüberempfindlichkeit

Unter einer Geräuschüberempfindlichkeit (lateinisch Hyperakusis) versteht man generell jegliche Formen einer abnormalen Überempfindlichkeit gegenüber Schall, der eine gesunde Person nicht stören würde (Goebel, 2003). Das Gehör reagiert sehr empfindlich auf Umweltgeräusche, aber auch auf die eigene Stimme. Sehr oft geht eine Hyperakusis mit einem Tinntius einher. Als mögliche Ursache wird eine Fehlfunktion der Härchen im Innenohr diskutiert. Diese geben das Gehörte viel lauter weiter, als es tatsächlich ist. Auch hier können mit der terzo®Gehörtherapie gute Erfolge erzielt werden. Sie hilft, die Fehlfunktionen des Gehörs wieder zu regulieren und ein normales Hören zu ermöglichen.

Cochlear-Implantat Träger

Unter Umständen können auch Cochlea-Implantat Träger von der terzo®Gehörtherapie profitieren und diese zusätzlich nach abgeschlossener Nachsorge-Rehabilitation durchführen um Ihr Sprachverstehen zu optimieren.

Hörsturz

Ein Hörsturz ist ein plötzlich, ohne erkennbare Ursache, meist einseitig, auftretender Hörverlust. Von einer Minute zur anderen hört man schlechter, was von Betroffenen oftmals auch als ein dumpfes Gefühl, wie „Watte ihm Ohr“ beschrieben wird. Weiterhin können Beeinträchtigungen des Richtungshörens, Schwierigkeiten des Sprachverstehens in geräuschvoller Umgebung und eine Geräuschüberempfindlichkeit auftreten. Ohrenschmerzen oder ein Ohrenlaufen treten bei einem Hörsturz nicht auf. Wohingegen ein Hörsturz aber durchaus mit Schwindel und/oder Ohrgeräuschen einhergehen kann. Die Ursachen, die zu einem Hörsturz führen sind bisher weitestgehend unbekannt.
Ein Hals-Nasen-Ohrenarzt ist in jedem Fall zur Diagnose und Abklärung der Beschwerden zu konsultieren.
Nicht jeder Hörsturz bedarf einer Behandlung. Gängige Therapie-Optionen sind medikamentöse Behandlungen. Es kann aber auch zu einer Spontanheilung kommen, so dass sich das Gehör wieder selbständig regeneriert und das Hörvermögen vollständig zurückkommt. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass man nach einem Hörsturz drei bis sechs Monate warten sollte, bevor man eine Hörgeräteversorgung in Erwägung zieht. Die Hörfähigkeit sollte aber in dieser Zeit regelmäßig kontrolliert werden. Hat es sich innerhalb von sechs Monaten nicht regeneriert, kann die terzo®Gehörtherapie durchgeführt werden.

Grenzen der terzo®Gehörtherapie

Für Menschen, die von Geburt an eine Hörschädigung haben (=angeborene Schwerhörigkeit) und auch im Kindesalter keine Hörgeräte getragen haben, ist die terzo®Gehörtherapie ungeeignet. Wenn das Innenohr nicht funktionstüchtig ist, kann auch keine Information in die Hörverarbeitung weitergegeben werden. Die für die Schallverarbeitung wichtigen Nervenzell-Strukturen im Gehirn können nicht reifen und bleiben funktionsunfähig. Da die terzo®Gehörtherapie vor allem die kognitiven Fähigkeiten des Hörens trainiert, ist es eine Grundvoraussetzung, dass diese Strukturen vorhanden sind.

Bei einer hochgradigen, an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit kann die terzo®Gehörtherapie Ihr Gehör bedingt verbessern. Eine mögliche Verbesserung hängt insbesondere davon ab, wie gut jemand noch in der Lage ist, Worte ohne, aber auch mit Hintergrundgeräuschen zu verstehen. Dies wird im terzo-Zentrum vor Ort durch eine entsprechende Messung ermittelt. Je mehr bei einer solchen Sprachmessung verstanden wird, umso größer kann erfahrungsgemäß auch die Verbesserung des Sprachverstehens im Laufe der terzo®Gehörtherapie sein.
Liegt aber eine hochgradige Schwerhörigkeit mit sehr schlechtem Sprachverstehen vor, dann wäre über eine sogenannte Cochlea-Implantat Operation nachzudenken und an die entsprechenden Fachärzte zu verweisen.

Für Demenz-Betroffene ist die terzo®Gehörtherapie nicht geeignet, da die Durchführung und der Erfolg eine aktive Mitarbeit des Betroffenen voraussetzt. Demenz-Betroffene sind dazu oftmals leider nur bedingt fähig.

Da die terzo®Gehörtherapie für den deutschsprachigen Raum konzipiert wurde, ist es für jemanden, der die deutsche Sprache nicht oder nur schlecht beherrscht, nur mit Einschränkungen der Aufgaben beim terzo-Gehörtraining möglich, das Konzept zu nutzen. Je nach Kenntnisstand der deutschen Sprache, aber auch vollständig durchführbar.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendenen Links