Die Schwerhörigkeit

Wie alles anfängt

Immer weniger verstehen – das ist ein schleichender Prozess, den viele Menschen als typische Alterserscheinung wahrnehmen. Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 45 Jahre sind, leiden mittlerweile an einer starken Hörminderung; bei weiteren 15 Millionen ist das Hörvermögen deutlich eingeschränkt. Damit tritt die Schwerhörigkeit hierzulande häufiger auf als die Zuckerkrankheit.

Unser Gehör nutzt sich übrigens nicht einfach ab. Das nachlassende Hörvermögen ist vielmehr die Konsequenz aller Schädigungen, die es im Laufe unseres Lebens erfährt. Dazu gehören Schadstoffe aus der Umwelt, Medikamente, Stress oder Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps und Scharlach. Häufigster Auslöser ist jedoch Lärm. Ab einer Stärke von 85 Dezibel schädigt er das Gehör. Dieser Wert liegt nur wenig über dem von regulärem Straßenlärm.

Ursachen

Alle genannten Faktoren schädigen die Haarsinneszellen im Innenohr. Sie setzen sich aus zwei Arten zusammen, den äußeren und den inneren Haarsinneszellen. Die äußeren werden auch als Motorzellen bezeichnet, denn sie besitzen spezielle Motorproteine, dank derer sie sich bewegen. Die Motorzellen wirken als Verstärker, so dass Sie auch sehr leise Geräusche gut hören können. Ihre Funktion lässt sich durch ein Hörgerät ersetzen. Je mehr innere Haarsinneszellen geschädigt sind, desto schwerwiegender ist die Schwerhörigkeit. Denn ihre Funktion lässt sich auch nicht durch modernste Technik ausgleichen. Sind bestimmte Bereiche der inneren Hörzellen also unwiederbringlich geschädigt, können Sie bestimmte Frequenzen nicht mehr wahrnehmen.

Den Hörverlust früh erkennen

Um herauszubekommen, ob Ihre Gehör langsam nachlässt, können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Fällt es Ihnen zunehmend schwerer, Gespräche zu verstehen?
  • Empfinden Sie Hintergrundgeräusche bei einer Unterhaltung als sehr störend?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, bei Unterhaltungen in der Gruppe einzelne Sprecher herauszuhören?
  • Können Sie sich nur schwer auf einen einzelnen Sprecher konzentrieren?
  • Bereiten Ihnen schnell oder undeutlich gesprochene Sätze Schwierigkeiten beim Zuhören?

Rund sieben Jahre dauert es durchschnittlich, bis sich Menschen mit einem Hörproblem dessen bewusst werden. Dadurch vergeht oft wertvolle Zeit, bis sie kompetente Hilfe in Anspruch nehmen. Denn während dieser sieben Jahre baut sich auch nach und nach die Funktion der natürlichen Hörfilter ab. Sie dienen bei einem intakten Gehör dazu, unerwünschte Nebengeräusche auszublenden und sich auf Ihre Gesprächspartner zu konzentrieren.

Folgen

Die Folgen liegen auf der Hand: Sie erleben einen zunehmenden Hörverlust mit vermehrten Störgeräuschen aufgrund der nachlassende Filterfunktion. Doch ein nachlassendes Gehör hat noch viel größere Auswirkungen: Auch Ihre Merk- und Konzentrationsfähigkeit sowie Ihre geistige Fitness können dadurch nach und nach abnehmen, denn durch die eingeschränkte Verarbeitung akustischer Signale und das fehlende „Alltagstraining“ wird Ihr Gehirn einfach nicht mehr so gefordert. 

Fazit

Um zu verhindern, dass es überhaupt so weit kommt, sollten Sie sich schon bei den ersten Anzeichen einer Minderung Ihres Gehörs von einem qualifizierten Hörakustiker informieren und beraten lassen. Je früher Sie handeln, desto besser können wir Ihnen helfen. Und desto größer sind Ihre Chancen, den Hörverlust aufzuhalten und durch die passenden Hörgeräte Ihr Gehör zu verbessern. Neben den Hörgeräten – das hat unsere jahrelange Erfahrung gezeigt – können wir durch gezielte gehörtherapeutische Trainingsmaßnahmen wie dem terzo-Gehörtraining Ihre Hörfilterfunktion wieder aufbauen und stabilisieren, so dass Sie nicht nur besser hören, sondern auch wieder verstehen.